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Kategorie: Finanzratgeber
Freitag, 27. Januar 2017

Hauskäufer von Maklerkosten entlasten, geht das?

Die Diskussion ist noch immer in aller Munde. Der Vermieter soll die Kosten des Maklers bezahlen, wenn der Verkäufer den Makler selbst beauftragt. Das hört sich in erster Instanz gut für den Immobiliensuchenden an, aber ist das wirklich sinnvoll und durchführbar? Bei dieser Regelung greift das sogenannte „Bestellerprinzip“. Dieses Prinzip wird bereits seit 2015 für Mietwohnungen angewendet und hat hier schon für einige Unruhe gesorgt. Nun auch bei Immobilienverkäufen. Egal ob Wohnungen oder Häuser verkauft werden. Wer den Auftrag an den Makler erteilt, bekommt auch die Rechnung.

Dass der Häuslekäufer von diesen Gebühren entlastet werden soll, da er ja gar nicht aktiv den Auftrag erteilt hat, ist nachvollziehbar. Der Makler erhebt pro Verkauf eine Provision von bis zu 7 Prozent, was einen recht ansehnlichen Betrag ergibt, wenn man dies auf den Kaufpreis eines Hauses umlegt. Da bringt ein Verkauf eines Hauses, das für 300.000 Euro einen neuen Eigentümer findet, satte 21.000 Euro an Provision.

Natürlich funktioniert diese Regelung nicht wirklich. Der Käufer wird nicht eins zu eins diese Provision zahlen, sondern der Verkäufer wird diesen Betrag nach aller Voraussicht in den Kaufpreis der Immobilie einkalkulieren. Das hat aber den äußerst nachteiligen Effekt, so auch die Erkenntnis des Instituts für Wirtschaft, dass dies die Immobilienpreise überproportional und unnötig in die Höhe drückt.

Es ist eine sehr schwierige Frage, ob das Bestellerprinzip in diesem speziellen Fall wirklich sinnvoll ist, da es viele Hauskäufer vom Kauf abhält. Sie können oft nur bis zu einem bestimmten maximalen Preis in den Kauf eines Hauses einsteigen. Kommen dann aber noch Kosten von einigen Zehntausend Euro hinzu, müssen viele ernsthaft Kaufwillige wieder aussteigen. Auch und weil dann die Banken nicht mehr mitspielen, die nur bis zu einem Betrag X bereit sind, einen Hauskredit zu vergeben.

Wie immer liegt die Lösung vielleicht genau dazwischen. Natürlich kann und soll der den Auftrag bezahlen, der ihn auch erteilt. Aber es ist auch legitim, dass der, der diese Rechnung zahlt, versuchen wird, diese Kosten auf die andere Partei, hier der Käufer der Immobilie umzulegen. Eine Hälftung dieser Kosten wäre ein Kompromiss für Käufer und Verkäufer, der beide Seiten zwar schmerzt, aber doch verkraftbar sein sollte.
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