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Kategorie: Allgemein
Montag, 19. Juni 2017

Zu viele Neubauten auf dem Lande

Die Landflucht ist noch lange nicht vorbei. Noch immer zieht es viele Menschen in die Städte, aber umgekehrt gibt es auch eine starke Bewegung von Bewohnern in der Stadt, sich ein Haus im Grünen zu kaufen. Gerade Familien wünschen sich ein Eigenheim vor den Toren der Stadt oder sogar mitten auf dem Lande, wo auch schon mal einen Misthaufen seinen Duft verbreiten oder die Hühner über die Strasse flattern können. Auf dem Land leben ist beliebt und begehrt und das hat inzwischen in einigen Bereichen negative Folgen.

Gerade die ländlichen Gebiete mit guter Anbindung an die Stadtzentren vermelden einen starken Bauboom, der so ziemlich jedes taugliche Brachland letztlich in Bauland verwandelt. So schön es ist, dass die ländlichen Gebiete nicht weiter veröden und wieder jüngere Menschen bewusst und gewollt auf dem Land leben, so beunruhigend ist aber auch eine der möglichen Entwicklungen, wenn wirklich jedes nicht genutzte Land nun zu einem schmucken Eigenheim wird.

Städteforscher nehmen jetzt schon vereinzelt das Wort „Zersiedelung“ in den Mund. Wo früher in den siebziger Jahren die Zubetonierung von Flächen das Kennzeichen der Zersiedelung war, ist es heute das Eigenheim, was jedes für sich seinen Platz nimmt, was für die Natur verloren ist. Da hilft natürlich das Gärtchen vor und hinter dem Haus, aber unter dem Strich geht mehr und mehr wertvolles Ackerland verloren, da viele Äcker in Dorf- oder Siedlungsnähe zu Bauland erklärt werden.

Den Schaden hat aber nicht nur die Natur und damit die Allgemeinheit, sondern es kann auf Dauer auch den Hauseigentümer selbst treffen. Die Bebauung liegt auf dem Lande weit über dem notwendigen Durchschnitt, so dass auf Dauer deutlich über dem Bedarf der auf dem Lande lebenden Bevölkerung gebaut wird. Das sind schlechte Karten für einen Häuselebauer, wenn er sein Haus einmal wieder verkaufen möchte. Es ist nachvollziehbar, dass die Preise sinken, wenn ein Überbestand an Familienhäusern gebaut wird.

Noch trifft es nur einige Landkreise, aber der Trend ist bundesweit zu beobachten und ist alarmierend. Es ist zu hoffen, dass die übermäßige Bebauung nicht die gleichen Folgen inklusive Rückbaunotwendigkeiten erzeugen wird, wie in früheren Jahrzehnten die Begradigung von Flüssen und Bächen. Eine solche Korrektur von Bausünden ist viel teurer als ein vorher gut durchdachter und am tatsächlichen Bedarf geplanter Bebauungsplan für alle Regionen.
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