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Kategorie: Allgemein
Mittwoch, 24. Februar 2016

Die Küchentischmakler sterben aus

Prinzipiell kann jedermann ein Makler werden. Es ist keine Ausbildung notwendig und auch kein Abschluss oder ein Zertifikat oder eine Erlaubnis (Gewerbezulassung nach §34c GewO). Diese Gewerbezulassung muss nicht immer gewährt werden. Jemand, der Makler werden möchte, darf dazu nicht in den letzten fünf Jahren straffällig geworden sein, keine laufenden Steuerschulden haben oder auch sonst in keinem laufenden Insolvenzverfahren stecken. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, darf sich allerdings dann auch als Makler betätigen.

Da sich damit prinzipiell jeder, der sich zum Makler berufen fühlt, diese Tätigkeit aufnehmen darf, sorgt das natürlich dann und wann für eine nicht optimale Betreuung von Kauf- und Verkaufsinteressenten. Die Maklergilde nun über einen negativen Kamm zu scheren ist aber vollkommen falsch. Die große Mehrzahl der Makler hat diese Tätigkeit von der Pike auf in einer Immobilienkanzlei gelernt und ist Profi auf seinem Gebiet.

Aber die Zeiten sind schlechter geworden für eine erfolgreiche Ausübung der Maklertätigkeit. Natürlich hatten die etablierten Makler und die größeren Makler-Büros schon immer einen großen Vorteil gegenüber den sogenannten Küchentisch Maklern. Die Kunden- und Interessentenkartei der etablierten und langjährigen Makler sind wohlgefüllt, so dass ein Interessent auch mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem guten Abschluss kommt. Die Küchentischmakler dagegen haben oft nur ganz wenige Pfeile, sprich Immobilien im Köcher, so dass von einer umfangreichen und gewachsenen Interssentenkartei nicht die Rede sein kann.

Die Mehrzahl der Abschlüsse wurden schon länger zu Gunsten der etablierten Makler abgeschlossen. Die Situation, für die oft nur im Nebenerwerb aktiven Makler ohne großen Kundenstamm, ist allerdings seit der Einführung des sogenannten Bestellerprinzips noch einmal deutlich härter geworden. Wehte der Wind bisher schon hart, fegt es nun nach und nach die Wohnzimmer- oder auch Küchentisch-Makler weg. Darum ziehen sich inzwischen mehr und mehr dieser kleinen Makler ohne stabile Basis vom Markt zurück und verlagern ihre Tätigkeiten auf andere, vielleicht ertragreichere Arbeitsgebiete.

Das hat inzwischen einen bis zu fünfzig Prozentigen Rückgang der freischaffenden kleinen Makler verursacht, was nur eine massive Marktbereinigung genannt werden kann. Allerdings sind die etablierten Makler über diese Entwicklung nicht wirklich traurig. Diese kleinen Makler waren den etablierten Maklerbüros schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge, da die kleinen Makler nicht nur eine ganz normale, wenn auch kleine, Konkurrenz bedeutet haben, sondern diese Küchentisch-Makler waren gerne auch zu einem Kuhhandel mit dem beauftragten Kunden bereit. Da hieß es oft, „gibst Du mir den Auftrag, trete ich Dir die halbe Provision ab“.

Diese Unsitte hat sich natürlich auch bei den Auftraggebern herumgesprochen und nicht selten mussten etablierte Makler erklären, dass eine feste Gebührenstruktur durchaus ihren Sinn hat, da die Aufgaben des Maklers vielfältig sind. Durch das Bestellprinzip haben sich nun die Karten neu gemischt. Das Bestellerprinzip besagt, in ganz kurzen Worten, dass derjenige die Maklercourtage bezahlen muss, der den Makler auch beauftragt hat. Das ist fast immer auch der Vermieter, die nun auch immer öfter nach Wegen suchen, dieses neue Prinzip zu umgehen. In der Regel aber kalkulieren die Vermieter die Courtage, die sie nun selbst zahlen mussten, in eine entsprechend höhere Miete ein, was nicht im Sinne des Gesetzgebers lag.
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