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Kategorie: Allgemein
Freitag, 27. Januar 2017

Niedersachsen hat Mietpreisbremse

Seid dem Jahresende 2016 gibt es in Niedersachsen eine Mietpreisbremse. Vermieter werden das weniger begrüßen. Mieter werden allerdings erfreut sein, da die Mieten in Wohnvierteln, wo sich die Struktur der Mieter ändert, weniger stark steigen können. Diese Mietpreisbremse tritt allerdings nur in 19 Landkreisen in Kraft.

Folgende Städte sind von dieser neuen Regelung betroffen. Die Landeshauptstadt Hannover ist hier zuerst zu nennen. Weitere Landkreise bzw. Städte sind Buchholz, Lüneburg, Buxtehude, Oldenburg, Braunschweig und in weiteren Inselgemeinden in Ostfriesland. Mit dieser partiellen Mietpreisbremse versucht die Landesregierung, einem überproportionalen Steigen der Mieten entgegenzuwirken.

Vermieterverbände sind, wie zu erwarten war, vollkommen anderer Meinung. Vermieter werden nun noch mehr darauf achten, von vornherein Mieter zu finden, die nicht so sehr auf den Euro schauen müssen und die den Mietpreis zahlen werden, der erwartet wird, wenn sie zur Miete entschlossen sind. Einkommenschwächere Mieter werden, so die Meinung der Vermieterverbände und Sprecher dieser Verbände, nicht profitieren, da sie vom möglichen Vermieter von vornherein aussortiert werden.

Es ist sowieso schon Gang und gäbe, dass es für einen Mietinteressenten schwer ist, eine Wohnung ohne Schufa und anderen Bonitätsauskünften wie Lohnbescheid oder gar Steuererklärung zu bekommen. Wer das schon bei der Besichtigung nicht einen perfekten Eindruck macht, hat direkt schon schlechte Karten.

Die Verbände kritisieren darüber hinaus, dass für eine Anwendung einer Mietpreisbremse in den meisten dieser Gemeinden keine ausreichenden Mietspiegel verfügbar sein. Es fehle also der Vergleichswert, um eine Mietpreisbindung kontrollieren und steuern zu können.

Eine Mietpreisbremse beinhaltet allgemein gesehen die Vorgabe, dass eine Miete nicht mehr als 10 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmieten übersteigen darf. Allerdings gibt es auch hier wieder Ausnahmen, wo die Mietpreisbremse nicht greifen wird.
Wurde eine Wohnung umfassend renoviert, fällt sie aus der Mietpreisbremse raus. Das Gleiche ist der Fall, wenn die Miete schon vor Beginn der Gültigkeit der Mietpreisbremse mehr als 10 Prozent über dem Mietspiegel liegt. Der Vermieter darf diese höhere Miete in diesem Fall beibehalten.

So reizvoll es also für einen Mieter klingt, mittels einer Mietpreisbremse die Steigerung und die Höhe der Miete selbst unter Kontrolle zu halten, wird die Freude und Hoffnung der Mieter dennoch gedämpft, da es von dieser Mietpreisbremse so viele Ausnahmen gibt, dass ein Vermieter, der in seine Wohnung investiert oder in anderer Weise die Möglichkeiten nutzt, doch von dieser Kappung der Miethöhe ausgenommen bleiben wird.

Allerdings muss man sich tatsächlich anschauen, wie sinnvoll eine Mietpreisbremse ist, da sie zwar scheinbar dem Mieter nutzt, aber auf lange Sicht die Investitionen der Anleger in andere Bereiche lenkt. Investitionen suchen sich eben immer den Weg der höheren, aber auf jeden Fall ausreichenden Rendite.
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