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Kategorie: Allgemein
Samstag, 11. März 2017

Urteil des AG Brandenburg zur Pflege der Dusche durch den Mieter

Duschen macht Freude. Aber was ist, wenn das tägliche Duschen der ganzen Familie Abnutzungen und Schäden in der Duschkabine erzeugt haben? Muss der Mieter für Schäden dieser Art aufkommen? Oder ist das Vermietersache? Zu einem Fall dieser Problematik wurde im Februar diesen Jahres am AG Brandenburg ein Urteil gesprochen, was den Vermietern nicht so gefallen dürfte. Baut er doch, so denkt er, zu recht auf die Sorgfaltspflicht durch den Mieter.

Im konkreten Fall ging es um Absandungen und Abblätterungen bei nicht imprägnierten Natursteinfliesen im Bad. Verursacht wurde das wohl durch die vom Mieter verwendeten Duschgele und Shampoos, die über die Zeit ihre den Naturstein beeinträchtigende Wirkung getan haben. Das Gericht beschied, dass Schäden, die durch das Duschen entstehen, was eine sachgerechte Nutzung der Dusche ist, eine Abnutzung im Sinne des Paragraphen 538 BGB bedeuten.

Für den Vermieter war das Urteil eine harte Entscheidung, da er dem Mieter den Betrag von über 4.000 Euro erstatten musste. Der Betrag ergab sich aus der Rückerstattung der hinterlegten Kaution, der Zinskosten und den Überschuss aus den bereits bezahlten Betriebskostenvorschüssen.

Auch die Sachverständigenkosten und die Kosten des Gutachtens muss die unterlegene Partei tragen. Natürlich ist dies eine positive Entscheidung für den Mieter, aber eben auch sehr schmerzhaft für den Vermieter. Das Gericht begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass es weder im Mietvertrag noch als eine Anlage zum Mietvertrag einen Hinweis oder eine Art Betriebsanleitung für den Gebrauch und die Pflege des Bades und der Dusche gegeben hätte.

Es wurde zwar bei der Vermietung darauf hingewiesen, dass es sich um Natursteinfliesen handele, die empfindlicher seien, aber der Vermieter habe keinerlei Hinweise oder Auflagen zur Nutzung der Dusche oder zur Pflege der Naturstein-Fliesen gegeben. Gleichfalls habe der Mieter auch keine Angaben bekommen, welche Putz- oder Pflegemittel für diese Natursteinfliesen am besten seien.

In diesem speziellen Fall zwischen Mieter und Vermieter war allerdings auch keine gütliche Einigung möglich, da es auch an anderen „Fronten“ zu erheblichen Streitigkeiten und Unterstellungen gekommen sei. Sonst wäre, so meine allgemeine Meinung, eine Einigung auf Kompromissbasis möglich gewesen. Das war aber in dieser Gerichtssache nicht Gegenstand der Verhandlung.

Da der Mieter stets seinen Verpflichtungen zur Zahlung der Miete nachgekommen war und er eben keine gesonderten Hinweise zur Pflege der Dusche und der Fliesen erhalten hatte, trifft den Mieter weder Mitschuld noch Haftung.
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